IR-Daten in 44.1K, 48K und 96K – welches brauchst du wirklich?

TacoSounds

Hast du schon mal ein IR-Pack heruntergeladen und dich gefragt, was diese drei Ordner sollen?

📁 44.1K
📁 48K
📁 96K

Die meisten greifen einfach zu 96K oder fragen sich, ob sie die Samplerate ihrer DAW anpassen müssen.

Kurze Antwort: Stell dir diese drei Versionen als für Hardware-Geräte gedacht vor — nicht für Software-Plugins.


Kurze Wiederholung: Was ist Samplerate?

Samplerate gibt an, wie oft pro Sekunde Audio aufgezeichnet wird. 96K bedeutet 96.000 Mal pro Sekunde. Je höher, desto mehr Frequenzen lassen sich erfassen — genau bis zur Hälfte der Samplerate. Warum die Hälfte? Weil eine Welle mindestens zwei Datenpunkte braucht — den Scheitelpunkt und den Tiefpunkt. Bei 48K hast du 48.000 Datenpunkte pro Sekunde, also ist die höchste reproduzierbare Frequenz 24.000Hz.

SamplerateMax. Frequenz
44.1K22.050 Hz
48K24.000 Hz
96K48.000 Hz

Das menschliche Gehör endet bei ca. 20kHz — 44.1K deckt bereits alles Hörbare ab.


Gitarren-Cabs produzieren sowieso keine hohen Frequenzen

80 Hz████████████████Grundtöne
500Hz–2kHz██████████████Mittenpräsenz
~6kHz████████Höhenanschlag
~10kHz████Cabinet-Luft
über 10kHz░░Praktisch nichts

Gitarren-Cabs fallen weit vor der 22kHz-Grenze von 44.1K ab. 96K ist für Gitarren-Cabs schlicht überdimensioniert.


Warum dann drei Versionen?

Hardware-IR-Loader laufen mit einer festen internen Samplerate — beim Kemper z. B. 44.1K, beim Quad Cortex oder Axe-FX III 48K. Lädst du das falsche Format, verschiebt sich die Wiedergabegeschwindigkeit und damit die Tonhöhe. Deshalb liefern Hersteller alle drei Versionen mit.

Empfohlene Sampleraten und IR-Längen nach Gerät findest du auf unserer Kompatibilitätsseite.
→ Kompatible Geräte

Bei Software-Plugins ist das eine völlig andere Geschichte — dazu mehr im nächsten Beitrag.

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